All dieses Hintergrundwissen vermissen wir jetzt im Museumsverein, wo Turi immer wieder Antworten auf das «Wann, Wie und Wo?» aus seinem Gedächtnis abrufen und mit interessanten Geschichten ergänzen konnte. Er erklärte alte Geräte, erkannte Örtlichkeiten auf Bildern, sah familiäre Zusammenhänge und benannte frühere Persönlichkeiten. Zudem konnte er meist klärend ergänzen, wenn Erläuterungen zu Ausstellungsobjekten nicht ganz perfekt waren.
Turi wurde seinerzeit auf den Jahresbeginn 1994 durch den Gemeinderat in die Museumskommission gewählt, die damals unter dem Vorsitz von Ruedi Wassmer, Bahnhofinspektor, tätig war. Turi war ein Mann der Tat. Wenn etwas beschlossen war, dann hat er Hand angelegt und ist auf die Leiter gestiegen. Das hat er bis zuletzt immer wieder getan, wenn es galt, das Ausstellungsgut ins richtige Licht zu rücken oder für eine passende Dekoration zu sorgen. Auch bei seinen Führungen im Museum konnte er aus dem Vollen schöpfen. Die «toten» Gegenstände wurden durch seine Erklärungen zum Leben erweckt.
Turi hat sich für den Erhalt von Zeitzeugen eingesetzt. So war er auch weiterhin mit dabei, als die Museumskommission Ende 2005 durch den Gemeinderat aufgehoben worden ist. Damals übernahm der Museumsverein die Betreuung des Museums. Turi, der Ende August 2003 pensioniert worden war, hat viel Zeit investiert in die Pflege des Museumsgutes. Wenn Arbeitsstunden geleistet werden mussten, stand er nie in der zweiten Reihe. Das Museum war ihm eine Herzensangelegenheit. Er konnte nicht einfach stillsitzen, wenn er einen Mangel feststellte oder Halbfertiges herumstand.
Ja, wir vermissen unseren Turi und sein handwerkliches Geschick. Künftig werden wir bei unseren Abklärungen zur früheren Zeit nicht einfach auf sein umfassendes Wissen über Suhr zurückgreifen können. Herzlichen Dank, lieber Turi, für deinen grossen Einsatz. Wir nehmen dich als Vorbild und wollen weiterhin für unser Museum einstehen, die Vergangenheit bewahren, aber auch aktiv dafür sorgen, dass Neuerungen Platz haben, um das Museum als attraktiven Begegnungsort anbieten zu können. Du hast es vorgemacht. In den alten Mauern, mit vielen Stücken aus der Vergangenheit, kann man trotzdem aktuell sein und aus den Erkenntnissen der früheren Zeit die Zukunft mitgestalten. Dort ist auch der Platz für Geselligkeit und Freundschaften, durch die Pflege des gemeinsamen Hobbys. Du hast das Zusammensein im Verein immer geschätzt und konntest zuhören und dich am Erreichten freuen.
Die letzte Zeit, mit den Folgen deiner schweren Erkrankung, liess es nicht mehr zu, dass du dem Museum mit voller Kraft dienen konntest. Trotzdem war dein hohes Pflichtgefühl für dich Antrieb, bis fast zuletzt aktiv zu helfen, wenn es dir möglich war. Man muss «etwas machen» hast du gesagt, wohl der Leitspruch deines Lebens, mit deinem vielfältigen Engagement für die Allgemeinheit, deine Wohngemeinde. Ein Teil des Museums trägt deine Handschrift durch dein Mitgestalten seit 1994! Wir werden dich, lieber Turi, in bester Erinnerung behalten. Den Angehörigen entbieten wir unsere aufrichtige Anteilnahme.
